60 Jahre Alte Schule in Gündlkofen


Die Bezeichnung „Alte Schule“ ist in Gündlkofen ein fester Begriff, diente das Gebäude
an der Schulstraße doch 40 Jahre lang als Schulhaus. Zudem beherbergt der Erweiterungsbau aus dem Jahr 1978 heute den Kindergarten samt -krippe. Nicht nur seine Vielseitigkeit, auch das Erscheinungsbild war Grund genug, der 60 Jahre langen Geschichte einen Vortrag zu widmen.

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Gündlkofen um 1920. 35 Jahre später wird am Abhang des Taubenbergs ein neues Schulhaus fertiggestellt …

Einweihung alte Schule wohl 1955 P+22

… es entstanden konkrete Planungen für ein neues Schulhaus und am 03.09.1955 fand die feierliche Einweihung statt. Ein großes Ereignis in Gündlkofen. Man war sich einig, dass es sich hier um eines der schönsten Schulhäuser in Niederbayern handelte. Dies bezog sich nicht nur auf die Lage am Hang über der Kirche und dem Isartal, sondern auch auf die modern- zweckmäßige Anlage und Ausstattung, am meisten jedoch darauf, dass man hier ganz bewusst den ländlichen Charakter gewahrt hat. Dies war dem Landshuter Architekten Dipl. Ing Ludwig Eittenberger zuzuschreiben. Der Leiter der Schulabteilung dankte ihm mit den Worten: „Man kann mit Verstand bauen, man kann in seine Tasche bauen um Geld zu verdienen, aber dieser Bau ist mit Herz und Seele gebaut. er ist eine künstlerische und pädagogische Tat“.

Das neue Schulhaus samt Lehrerwohnhaus, in seiner Bauweise etwas Neuartiges. Bestqualifizierte Lehrpersonen sollten auch mit Freuden auf dem Land bleiben und nicht in die Städte abwandern.

Kunstwerke

Trotz Geldknappheit wurde beim Bau auch an die Kunst gedacht und drei Landshuter Künstler beauftragt: Karl Reidel (Trinkbrunnen), Prof. Fritz König (Wetterfahne) und Hugo Högner (2,80 m hoher Lüster). Dem Architekten ging es stets darum, alles was entstand, musste mit der Natur verbunden sein, musste aus dem Handwerk kommen und dennoch zeitlos modern sein.

Richtfest Neubau Alte Schule Sch

Am 15.03.1977 wurde der Bauantrag für eine Schulerweiterung zu einer einzügigen Grund- und Hauptschule mit Turnhalle und Allwetterplatz gestellt. Am 18.02.1978 konnte das Richtfest gefeiert werden – als eines der letzten Ereignisse in der eigenständigen Gemeinde Gündlkofen, da zum 01.05.1978 die Gebietsreform in Kraft trat und Gündlkofen Teil der neuen Großgemeinde Bruckberg wurde. Als Schulstandort für die gemeinsame Hauptschule wurde Gündlkofen ausgewählt.

Programm Einweihung Hauptschule 18.06.1979 Sch

Programm zur Einweihung am 18.06.1979. Im neuen Gebäude entstanden 5 Klassenräume, ein Physiksaal sowie eine Aula. Ab dem Schuljahr 1978/79 konnten alle 9 Klassen in Gündlkofen unterrichtet werden.

… und bis 1991 wächst das Dorf noch weiter. Seit 1988 ist wegen Platzmangel eine Schulhauserweiterung angedacht. 1990 beschließt der neu gewählte Gemeinderat jedoch einen Neubau an einem anderen Standort. Im August 1993 beginnen die Bauarbeiten am Tondorfer Berg. Der Umzug findet 2 Jahre später statt.
Alte Schule Verwendung Zeitung 09.01.1997

Ein neues Kapitel beginnt: Im September 1996 zieht eine Kindergartengruppe im Altgebäude ein. Die restlichen Räume werden von verschiedenen Organisationen genutzt. Das ehemalige Schulhaus wird zum Kindergarten und Bürgerhaus.

Krippe 2008 Bewegungsbereich Kiga

Im September 2007 eröffnet  im Obergeschoss der ehem. Hauptschule eine Kinderkrippe mit 7 Kindern. Nur 9 Jahre später werden in den neu gestalteten Räumen im Untergeschoss 40 Kinder betreut! 2014 beschließt der Gemeinderat, die ehem. Krippenräume zum Kindergarten umzubauen, zumal der Tondorfer Kindergarten aufgelöst wird. Im Mai 2016 zogen drei von vier Gruppen in die neuen Räume. Ab der Fertigstellung des Neubaus in 2017 wird auch der Altbau nicht mehr als Kindergarten genutzt.

 

Die Zukunft der „Alten Schule“ ist nicht geklärt. Doch die Gündlkofener können froh und stolz auf dieses vielseitige und wandlungsfähige Gebäude sein, das seit über 60 Jahren das Dorfbild prägt!