Keltenhaus nimmt Gestalt an


Bruckberg. In der Dorfmitte tut sich was – die Idee des Heimatpflegevereins, ein Keltenhaus zu bauen, wird Wirklichkeit. Damit spiegelt sich der Charakter des Museumskonzeptes über die keltische Vergangenheit auch im Außenbereich wieder. Ein Multimediaraum soll einen barrierefreien Zugang zu den Ausstellungsräumen des Museums ermöglichen.

Schon lange hatten die Vereinsakteure das Vorhaben, im Außengelände des Heimatmuseums ein Nebengebäude zu errichten. Dies soll einerseits als Lagerraum genutzt werden und andererseits einen barrierefreien Zugang mit der Möglichkeit zur digitalen Betrachtung der Museumsräume im Obergeschoss bieten. Für die Innenausstattung des Museums läuft seit längerem die Ausarbeitung eines Konzeptes. Dessen Schwerpunkt liegt in der Hallstattzeit mit dem Fund der „Reichen Bruckbergerin“, die im Jahr 1985 bei archäologischen Grabungen freigelegt wurde. Es entstand die Idee, die keltische Vergangenheit auch im angrenzenden Garten erlebbar zu machen und damit das Museumsthema abzurunden.
Viele museale Kontakte und Informationsfahrten fanden in der Vorbereitungszeit statt, bis es zur detaillierten Planung kam. Der Bürgermeister Willi Hutzenthaler samt Gemeinderat wurde informiert und nach deren Zustimmung konnten die Arbeiten im Juni beginnen.

Das Grundkonzept des Keltenhauses besteht aus einer Holzkonstruktion, die nach alter Handwerkstechnik von den Spezialisten des Vereins in Eigenleistung angefertigt wurde. Im Inneren
wurden die beiden Räume separat ausgemauert um den Bedürfnissen der modernen Technik gerecht zu werden. Anschließend begann man damit, das Flechtwerk an den Außenmauern anzubringen. Hierfür kamen hauptsächlich Weiden zum Einsatz, die in diesem Frühjahr geschnitten und gelagert wurden. Das Flechtwerk dient als Stützelement für den darüber liegenden Lehmputz, der in mehreren Schichten aufgetragen wird. Dem Naturlehm werden zur Stabilität Stroh und Spelzen zugeführt – je nach Lage in veränderter Zusammensetzung.
Im Rahmen des gemeindlichen Ferienprogramms fand bereits eine Neugestaltung der angrenzenden Hauswand statt, die sich ebenfalls der keltischen Zeit widmet.
Die nächsten Schritte beinhalten die Fertigstellung der Innen- und Außenarbeiten, den Abschluss der Zimmererarbeiten mit der Anbringung der selbst gefertigten Dachschindeln aus Holz und die Bestückung des Museumsgartens mit keltischen Ornamenten. Wie schon beim Museumsbau vor fünf Jahren zeigen die Vereinsmitglieder auch bei dieser Baumaßnahme, dass ihnen das kulturelle Erbe der Gemeinde sehr am Herzen liegt und was sich mit Ideen, Einsatzbereitschaft und Materialspenden zum Gemeinwohl erreichen lässt.

Die fleißigen Helfer setzten nach der Fertigstellung der Holzkonstruktion den Richtbaum auf das Keltenhaus

Mit viel Geschick entsteht das Weidenflechtwerk an den Außenmauern.

Wie früher wird der Lehmputz von Hand auf das Flechtwerk aufgetragen

Das Keltenhaus fügt sich perfekt neben Heimatmuseum und Kirche ein und wird von den Malereien eines keltischen Dorfes umrahmt