Schlüssiges Konzept für Heimatmuseum vorgestellt


Bruckberg. Die Gemeinde Bruckberg kann auf eine reichhaltige Geschichte zurückblicken und ist Teil des Entwicklungskonzeptes „Drei Täler 7.000 Jahre“ für den Landkreis Landshut. Die Besonderheiten liegen in Bruckberg in der Hallstattzeit mit dem Fund der „Reichen Bruckbergerin“ sowie der langen Weinbautradition. Frau Petra Härtl, Diplom- Prähistorikerin aus Stuttgart, wurde mit der Ausarbeitung eines Museumskonzeptes beauftragt und stellte kürzlich im Rathaus ihre Ideen zur Umsetzung vor.

Noch stehen die Ausstellungsräume leer, aber durch die lebendige Präsentation von Frau Härtl konnten sich die Mitglieder des Heimatpflegevereins ein genaueres Bild über die mögliche Innenausstattung ihres Museums machen. Unter den Teilnehmern waren auch Bürgermeister Wilhelm Hutzenthaler, Karoline Bartha als LEADER- Projektmanagerin im Landratsamt Landshut und Monika Weigl als Kreisheimatpflegerin Archäologie.

Die Aufgaben von Frau Härtl lagen in der Recherche und Erarbeitung von Inhalten zu den zwei Themenschwerpunkten Hallstattzeit und Weinbau, der Einbindung in den Museumsverband im Landkreis und der Berücksichtigung weiterer archäologischer Stätten und Aspekte der Gemeindegeschichte.

Um die Räume übersichtlich zu gestalten, schlug sie zu Beginn ihrer Ausführungen die Miteinbeziehung des Treppenbereiches vor – dort könnte in den Naturraum und die langjährige Besiedelungsgeschichte der Gegend eingeführt werden. Ein Verweis auf die übrigen Landkreismuseen bietet sich ebenfalls an.

Im Obergeschoss werden sich dem Besucher drei Bereiche eröffnen. Der erste Schwerpunkt liegt in der Hallstattzeit und soll die damaligen Hierarchien erläutern, aber auch den Aufbau und die Unterschiede reicher Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit, Totenriten, Handelswege und -beziehungen sowie Wohnen und Leben in einem Herrenhof. Anhand von umfangreichem Fundmaterial und Untersuchungen lässt sich beispielsweise das Leben der „Reichen Bruckbergerin“ erzählen und ihr Aussehen rekonstruieren. Aber auch die reich ausgestatteten Grabhügel der Bronzezeit aus Pörndorf mit Bernsteincollier und Fayence- Perlen aus Mykene fänden hier ihren Platz. Das Thema „Die Kelten und der Wein“

ermöglicht einen fließenden Übergang in den zweiten Hauptraum, der sich mit dem Genuss von Wein und dessen Anbau beschäftigt. Der Erzählbogen spannt sich weiter zu den römischen Landgütern – hier mit dem Fund einer Villae rusticae in der Dorfmitte von Bruckberg. Über die Anfänge des Weinbaus in Niederbayern existieren schriftliche Quellen aus dem 8. Jahrhundert. Dem Bruckberger Schlossherrn Thomas Jud sind umfangreiche Aufzeichnungen zu den Feierlichkeiten der Landshuter Fürstenhochzeit im Jahr 1475 – mit Weinlieferungen aus Bruckberg – zu verdanken. Über den Weinanbau in heutiger Zeit findet sich der Übergang in den dritten Ausstellungsteil „Heimat“. Hier sind verschiedene Themen wie Landwirtschaft, historische Gebäude, Wege oder das Schloss Bruckberg denkbar.

Das Dachgeschoss ließe sich als Fläche für Sonderausstellungen und die Museumspädagogik nutzen.

Ein angrenzender Museumsgarten bietet Platz für einen kleinen Kelten- und Römergarten mit Gewürz- und anderen Nutzpflanzen. Das im letzten Jahr erbaute Keltenhaus soll einen barrierefreien Zugang mit der Möglichkeit zur digitalen Betrachtung der Museumsräume im Obergeschoss bieten.

Das Konzept beinhaltet neben der Betrachtung von Funden, Bildschirmen oder Karten auch Vorschläge zur Museumspädagogik, zum Einsatz von Musik und Texten mit einfacher oder englischer Beschriftung sowie Stationen für Kinder oder kurzer Texte in Blindenschrift. Es ist angedacht, die Geschichte für die ganze Bevölkerung und mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

 

Die Ideen von Frau Härtl fanden guten Anklang und der weitere Schritt liegt nun in der Erstellung eines Grobkonzeptes durch eine Gestaltungsagentur. Damit wird eine Grundlage für die weitere Vorgehensweise im Feinkonzept, die finanzielle Förderung durch das LEADER- Programm und die Beteiligung aus Gemeindemitteln geschaffen. Man war sich einig, dass dies zeitnah zu erfolgen hat.

Der geplante Hauptausstellungsbereich im Heimatmuseum Bruckberg – das Entwicklungskonzept nach Dr. Nigel Mills (Foto: Drei Täler 7000 Jahre)