Unsere Heimat in den napoleonischen Kriegen von 1796 bis 1809


Bayern verdankt Napoleon die Königskrone und erhebliche territoriale Erweiterungen, selbst der moderne bayerische Staat gründet auf den Reformen der napoleonischen Zeit. Für die Bayern selbst bedeute Napoleon Einquartierungen, Steuern und Feldzüge mit vielen Tausend Toten

In den ersten beiden Kriegen Napoleons gegen die verbündeten europäischen Länder kämpfte das Kurfürstentum Bayern an der Seite Österreichs gegen Napoleon und im dritten Bündniskrieg auf Seiten Napoleons gegen Österreich. Wegen seiner geringen Größe musste sich Bayern einer Großmacht als Partner anschließen. An Österreichs Seite hatte Bayern nur Niederlagen einstecken müssen. Während die rohe französische Soldateska in der Oberpfalz, im Kreis Schwaben, Bezirk Friedberg, in Ingolstadt und Mainburg in gemeinster und unmenschlichster Weise hauste, litt unsere Gegend von unter Einquartierungen kaiserlicher Regimenter, besonders Husaren, die den Franzosen in Grausamkeiten nicht nachstanden.

Nach dem Sieg der Franzosen über die Österreicher bei Friedberg am 24. August 1796 wandten sich die Franzosen langsam gegen Freising und München zu. Der bayerische Kurfürst Karl Theodor floh nach Sachsen. Er gab den Auftrag einen Neutralitätsvertrag mit dem französischen General Moreau abzuschließen und seine Armee in Stärke von 14.000 Mann nach München zurückzuziehen. Trotzdem rückten sowohl die Österreicher als auch die Franzosen gegen München vor und griffen die Hauptstadt an, die beinahe ein Opfer der Flammen geworden wäre. Am 7. September 1796 schloss das bayerische Ministerium mit dem französischen General  der Rhein und Moselarmee einen Waffenstillstand.

Inzwischen aber siegte Erzherzog Karl bei Amberg und Würzburg über die Franzosen und Moerau musste schleunigst den Rückzug antreten. Kurfürst Karl Theodor konnte in sein Land zurückkehren und verweigerte nun die Anerkennung des Waffenstillstandsvertrages. Eine Weile nun hörte der Kriegslärm auf, bis er 1799 erneut losbrach.

Am 16 .Februar 1799 starb der bayerische Kurfürst Karl Theodor und Kurfürst Max Josef von Pfalz-Zweibrücken zog am 20.2.1799 in München ein, unter dem Jubel der Bevölkerung. Der neue Kurfürst Max Josef mit pfälzischer Lebenslust war ein tüchtiger Soldat in französischen Kriegsdienst.

Österreichische Regimenter lagen in und um Moosburg in Quartier. Es war zuerst das kaiserliche Bendersche Infanterieregiment, dann das Ansbacherische Regiment, später ein ungarisches und ein Kroatisches Regiment. Pfarrer und Bauern der Umgebung mussten Lebensmittel liefern und Fahrdienste leisten. Das damals kurfürstliche Schloss Isareck dienste den Österreichern als Feldspital.

Anfang Juli 1799 flohen die Österreicher dem Inn zu. Schon am 4. Juli  abends gegen 18. Uhr kamen die ersten Franzosen in Moosburg an und bezogen Quartier. Von hier aus durchstreiften sie plündernd unter Misshandlung der Einwohner unsere Gegend. Die Exzesse der französischen Truppen hörten nicht auf auch als das Los der Bevölkerung immer schlimmer wurde. In der ganzen Hallertau wurde keine Glocke mehr geläutet, um den Feind nicht auf die Ortschaft aufmerksam zu machen. Am 11. November 1800 wurden in der ganzen Umgebung von Moosburg von den Franzosen Weizen, Korn, Heu und Stroh requiriert. Zur Neumontierung der Truppen wurden Geld und Kontributionen eingefordert. Die Bauern wagten nicht mehr auf die Schranne nach Moosburg zu fahren, weil sie fürchteten, die Franzosen würden ihnen Getreide, Pferde und Wagen abnehmen.

Am 1. Dezember 1800 stießen die vorrückenden Österreicher bei Isareck auf die Franzosen. Darüber berichtet der Churfürstliche Pfleger Utz an den Landrichter von Moosburg: Gnädigster Herr! Als gestern abends 18 Uhr die kaiserlichen nach der mit den Franzosen zu Volkmannsdorf und Isareck geschehenen Schlacht in Isareck über Nacht lagerten, teils im Schloss quartierten, wurden von den kaiserlichen 14 versperrte Türen mit Gewalt aufgesprengt, Türen und Schlösser ruiniert und an den Schlosszäunen ein Schaden von 200 fl gemacht. Auch das ganze Stroh und Heu im Wert von 230 fl wurde mitgenommen.

Neben dem Schloss soll sich eine Erinnerungstafel an der Stelle befinden, wo die gefallenen Österreicher und Franzosen begraben liegen.

Am 2 Dezember 1800 trieben die Franzosen die Österreicher wieder über die Isar und zogen diesen in südöstlicher Richtung nach. Bei Hohenlinden, 15 km südlich von Erding, kam es am 3. Oktober 1800 zur Entscheidungsschlacht. Die Österreicher wurden geschlagen und mussten am 9. Februar den Frieden von Luneville schließen.

Auf ihren Rückzug kamen die Franzosen nochmals in unsere Gegend. In der Karwoche 1801 wimmelte es in Moosburg und den umliegenden Orten von französischen Truppen. Am 24. August 1801 schloss der bayerische Minister Montgelas den wenig ruhmreichen Vertrag mit Frankreich und kämpfte nun an der Seite Napoleons gegen die deutschen und österreichischen Brüder.

Infolge der vielen Kriegslieferungen entstand 1801/02 eine große Teuerung.

Bruckberg litt gewaltig unter den Einfällen der Franzosen und Österreicher. Selbst dem damaligen Lehrer und Mesner Huber hat man einen großen Teil seines Vermögens geplündert, wird so nicht viel gehabt haben. Wie mag es erst den Bauern ergangen haben.

Zu den Elend des Krieges brach im Juli 1807, kurz vor der Ernte, ein schreckliches Hagelunwetter los, das in der ganzen Gegend das Getreide total vernichtete. Die Bauern haben deshalb zum Ankauf von Brot und Saatgetreide vom Vermögen der Bruckberger Schlosskapelle ein Darlehen aufgenommen. Dieses Jahr war das elendigste, armseligste und betrübteste, meldet ein damaliger Chronist.

Der geschlossene Friede der Kriegsparteien nach der „Dreikaiserschlacht“ bei Austerlitz war nicht von langer Dauer.

Am 9. April 1809 erfolgte die Kriegserklärung Österreichs. Frankreich und der Rheinbund zu dem auch Bayern gehörte trafen Gegenmaßnahmen. Bayerns Krieger verließen ihre Garnisonen.  Gegen Ende des Monats musste sich alles auf das linke Isarufer zurückziehen. Nach Landshut kam das 14. Infanterieregiment.

Dieses Regiment wollte die beiden Isarbrücken am Hl. Geist Spital und am Ländtor abbrechen. Auf Bitten der Landshuter Bürgerschaft wurde dies nur teilweise ausgeführt.

Am darauf folgenden Tag zog dieses Regiment nach Bruckberg und bezog dort Stellung.

Am 10. April 1809 überschritt der Grossteil des österreichischen Heeres unter Erzherzog Karl die bayerische Grenze. Währenddessen rückten die Verbündeten von Westen her an. Am 16.4.1809 standen die Österreicher an der Isar bei Landshut und besetzten München. König Max Josef floh nach Dillingen wo er mit Napoleon zusammentraf. Napoleon hatte es erreicht seine Streitkräfte zu vereinen und zum entscheidenden Schlag zu sammeln. Bei Landshut standen sich Österreicher und Bayern gegenüber. Es war der 2. Sonntag nach Ostern als die Österreicher in der Stadt Kanonen auffuhren. Die Schlacht begann, Kanonen donnerten, dazwischen Gewehrfeuer, Häuser brannten und viele waren nur mehr ein Trümmerhaufen. Nach sechsstündigen Widerstand zogen sich die bayerischen Verbände befehlsgemäß in Richtung Siegenburg vor den eingetroffenen Verstärkungen der Österreicher zurück. Diese drängten nach. Sie stießen bei Abendsberg auf den massierten Gegner. Hier hatte Napoleon die Entscheidungsschlacht angesetzt, die mit der Niederlage der Österreicher endete. General Hiller hat am Abend des 20. April deshalb seinen österreichischen Soldaten den Rückzug auf Landshut befohlen. Die Verbündeten nahmen sofort die Verfolgung auf. Die Österreicher leisteten in Landshut nochmals verzweifelten Widerstand, aber vergebens. Die Stadt wurde genommen. Die geschlagenen Österreicher fluteten zurück. Napoleon zog in Landshut ein und stieg in der Residenz ab. Zur Linderung der Not schenkte er der  Stadt 10.000 fl. In den nun folgenden Schlachten von Eggmühl und Regensburg wurden die Österreicher vollends geschlagen ( 22. und 25. April 1809) Sie mussten Bayern räumen. Die Einquartierungen und Truppendurchmärsche hatten nun ein Ende.

Um die 30000 bayerische Soldaten folgten 1812 Napoleons Weltmachtsträume in die Weiten Russlands. Nur 68 Soldaten kehrten zurück. (Manche sprechen von 3000; diese 3000 Mann wurden jedoch erst sehr spät als Ersatz nachgeschickt und betraten nie russischen Boden.)

Ihre Angehörigen hörten nie wieder was von ihnen. Die Kapelle in Oberlenghart Gemeinde Bruckberg erinnert noch heute daran. Sie wurde erbaut zum Gedenken an die 5 Brunner Söhne vom Thalmeier-Hof, die aus dem napoleonischen Feldzug nach Russland nicht mehr heimkehrten.

Nach dieser verheerenden Niederlage wendeten sich sukzessive so gut wie alle seiner Verbündeten – einschließlich Bayerns – von Napoleon ab, welcher in der Völkerschlacht von Leipzig 1813 entscheidend geschlagen wurde und abdanken musste. (1815 kehrte Napoleon für 100 Tage noch einmal als französischer Kaiser zurück, erlebte dann aber bei Waterloo sein selbiges.)

Tond OberlenghardtDiese Kapelle hatte der Doimer Talmeier Bauer nach Überlieferung für seine 5 vermissten Söhne errichtet. Ein Name ist uns wegen Vermisstenanzeige bekannt: Johann Baptist Brunner Thalmeierbauersohn bei 3.königl.Bayr. Chevaulegers Regiment

Die Kapelle war mit eine Altöttinger Madonna und einem kleinen auf Blech gemalten Kreuzweg ausgestattet. Dreimal täglich hat der Talmeier zum Gebet geläutet und am Sonntagmittag wurde der Rosenkranz gebetet

Der heutige Hofbesitzer Hadersdorfer hat nach einem Diebstahl von Kirchenmaler Weingartner aus Pfaffenhofen das heutige Bildnis fertigen lassen.