Eisenkreuze am Pauliberg Friedhof (1)


Der Tod kam aus der Luft


Zwischen all den Eisenkreuzen am Pauliberg Friedhof fällt ein Kreuz ganz besonders auf: Es ist viel schlichter, ohne die verschnörkelten Verzierungen. Wie ein Mahnmal steht es auf dem Grab von Hans Mayr – hinter diesem Kreuz verbirgt sich viel Leid und Schmerz aus der Kriegszeit.


Ein schlichtes Eisenkreuz für ein Kriegsopfer (Foto Helga Baier).


Unzählige Familien waren im 2. Weltkrieg davon betroffen. Gerade zu Kriegsende hin, gab es noch zahlreiche Tieffliegerangriffe, auch hier in unserer Gegend. Züge wurden damals gerne beschossen. Ein Bruckberger Augenzeuge berichtet von einem Angriff im Februar 1945, als die Flugzeuge in Edlkofen zwischen dem Bahnwärterhaus und dem Wald einen Güterzug beschossen. Dabei wurden mehrere Tankwaggons in Brand gesetzt. Im April 1945 traf es sogar einen Lazarett-Zug, der östlich vom Bruckberger Bahnhof stand und auch als solcher gekennzeichnet war. In dem Lazarett-Zug befanden sich viele Ungarn, einige von ihnen blieben nach Kriegsende sogar hier.

Bei einem weiteren Tieffliegerangriff am 13. März 1945 auf die Bockerlbahn bei Hiendlberg wurde dann auch Hans Mayr, besser bekannt als Ploner Bauer von Edlkofen, erschossen. Die Bockerlbahn führte von Kothingried zum Bruckberger Bahnhof. Die Nachricht verbreitete sich schnell, dass es wieder einen gänzlich Unbeteiligten erwischt hatte.

Das Kreuz auf dem Pauliberg erinnert an das Schicksal von Hans Mayr, symbolisch steht es aber auch für alle anderen Kriegsopfer – hier in der Gegend und überall.






Das Kreuz von Vinzenz Martynus (Foto Helga Baier)


Auf der Ostseite der Pauliberg Kirche steht ein besonders schönes Eisenkreuz mit der Kreuzigung Christi, der hier dem Sonnenaufgang entgegenblickt. Die Kreuzinschrift war lange Zeit nicht lesbar. Ein Kirchenmaler aus Langenbach restaurierte das Kreuz und die Gedenktafel. Das Kreuz erinnert an Martynus Vinzenz, der 1886 in Engelsdorf ums Leben kam. Er war wohl Knecht beim Moarhof, dem größten Hof in Engelsdorf und kam bei einem Unglücksfall ums Leben. Was genau geschah, ist heute nicht mehr bekannt.




Zu früh gegangen.....

Es ist immer ein ganz besonderer emotionaler Moment an einer Grab- oder Gedenkstätte für Kinder zu stehen. Die Inschrift lautet: „IHS – Unschuldige Kinder – Kinderfriedhof St. Paul (Foto Helga Baier).


Geht der Besucher auf der Nordseite der Paulibergkirche den Kreuzweg entlang, fällt ein alleinstehendes Eisenkreuz auf. Das Kreuz steht in Richtung zum Sonnenuntergang. Daneben stehen ein kleiner Baum und ein Buchs, der sinnbildlich als Lebensbaum gilt. Das Kreuz steht stellvertretend für den Kinderfriedhof von St. Paul zum Gedenken an die unschuldigen Kinder. Der Kinderfriedhof lag auf der Nord-West Seite der Kirche. Zu früheren Zeiten gab es eine große Kindersterblichkeit. Die zu früh geborenen Kinder hatten meist keine Überlebenschance. Kinder verstarben bereits an harmlosen Krankheiten, denn damals gab es noch keine medizinische Versorgung und lebensrettende Maßnahmen, die wir heute als selbstverständlich betrachten. Das Leid brach über viele Familien herein, die den Verlust eines Kindes betrauern mussten.

Umso schöner ist die Tradition des Besuches von den Kindergartenkindern. Die Kindergärtnerinnen wandern regelmäßig mit den Kleinen hierher und legen Blumen an das Kreuz zum Gedenken an die „Unschuldigen Kinder“.

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