Wenn Tag und Nacht sich treffen

Aktualisiert: 21. Okt. 2021

Wanderung um den Taubenberg an Mabon


Heimatforscher Vitus Lechner begrüßte am Sportplatz in Gündlkofen die Abendspaziergänger, die mit ihm in den Sonnenuntergang wanderten. Der Vorsitzende des Heimatpflegevereins Martin Nehmer stellte zu Beginn den neuen Flyer des Vereins vor.

Lechner stimmte die Gruppe auf die Wanderung ein: „Der Taubenberg ist vielen unbekannt, hier führen viele Wege durch immer wechselnden Baumbestand und schlängeln sich im Auf und Ab der Anhöhe entlang.

Zwischen dem Reiterberg und dem Taubenberg hat sich im Taleinschnitt des Osterbaches der Ort Gündlkofen entwickelt. Bereits in der Jungsteinzeit finden sich hier Siedlungsspuren sowie geschichtsträchtige Funde aus der Vergangenheit. Vor einigen Jahren entdeckte hier ein Radfahrer am Rande des Baches einen Schädel und benachrichtigte die Polizei. Geschah hier ein Verbrechen? Die Staatsanwaltschaft ermittelte, das Ergebnis war letztendlich eine kleine Sensation. Es handelte sich um einen historischen Fund aus der Bronzezeit. Der 9- bis 11jährige Junge lebte hier vor rund 3000 Jahren“. Dieser Kinderkopf ist im neuen Museum Vinum Celticum in Bruckberg ausgestellt, das in Kürze eröffnet.

Die Wanderer überquerten die Straße und wurden von der Stille des Waldes empfangen. Im Zick Zack Kurs führte der Weg bergan. Völlig unerwartet erreichte die Gruppe eine Schlucht mit einem Wasserlauf der zu zwei Teichen führte.


Bild der Wandergruppe

Zum Erstaunen aller erblickten sie Goldfische. Die Fische wurden wohl von jemandem ausgesetzt und fühlen sich hier sehr wohl, so Lechner.

„Bevor wir die Anhöhe erreichen, dort wo unsere Vorfahren beerdigt sind, wollen wir auf die Tradition des heutigen Tages eingehen. Mabon ist das Fest der Tag- und Nachtgleiche im Herbst. Jetzt ist der Zeitpunkt der Ernte aller Früchte und des Getreides. Der Tag wird als Dank an Mutter Erde gefeiert und soll anregen auch über unsere eigenen „Lebens-Früchte“ nachzudenken.“

Das keltische Jahreskreisfest verdankt seinen Namen dem keltischen Sonnenkönig Mabon. Der Sohn des Lichtes erstrahlt in der ersten Jahreshälfte hell und warm und sorgt für Wachstum und Fülle bis seine Strahlkraft zwischen dem 21. und 23.9. zur Erntezeit erlischt. Nach der Sage war Mabon der Sohn der großen Erdenmutter Madron. Die Farbe Blau und das Element Wasser sind dem Fest zugeordnet.

Der Weg schlängelte sich am Taubenberg entlang und begeisterte die Wanderer mit seltenem Wurzelwerk, wechselndem Mischwald, uraltem Baumbestand und erfrischender Waldluft. Für die heutigen Wälder sehr ungewöhnlich führte der Weg an einigen Eiben vorbei, die mittlerweile zur gefährdeten Art gehören. Früher wurden Eiben auch Bogenbaum genannt. Der berühmte Ötzi führte ein Bogenstab aus Eibenholz mit sich, der Stiel seines Kupferbeils war ebenso aus Eibenholz geschnitzt.

Die idyllischen Plätze entschädigten für den anstrengenden steilen Aufstieg.


Die Gruppe bewältigt leichtfüßig den steilen Aufstieg zu den Hügelgräbern auf dem Taubenberg.

Auf der Anhöhe vom Taubenberg in 494 m Höhe sind einige Hügelgräber im Wald verborgen, so der Heimatforscher. Von der Ferne erklang leise Musik, die Gruppe erreichte die Anhöhe und wurde von einigen Waldfeen empfangen.




Abgegrenzt durch einen Ring aus Astwerk erfreuten die Waldfeen mit zwei mitreißenden Tänzen in der untergehenden Sonne. Die Wanderer waren begeistert, besonders auch als sich die Feen bei einem kleinen Umtrunk mit Wein zu ihnen gesellten.

Der Rückweg führte in der zunehmenden Dunkelheit und teils mystischer Stimmung am Rande von Tondorf am Taubenberg entlang über den alten Viehtriebweg nach Gündlkofen zurück. Es war wieder eine wunderschöne Wanderung, waren sich alle Teilnehmer einig.





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