Alt, aber nicht vergessen

Aktualisiert: 9. Juni

Erschienen am 15. Februar 2022 in der Landshuter Zeitung


In alten Häusern verstecken sich oft kleine Schätze, die von der Vergangenheit erzählen

In der Gemeinde gibt es noch einige alte Häuser, die um die Jahrhundertwende entstanden sind oder bereits im frühen 19. Jahrhundert erbaut wurden. In ihnen lebten teilweise mehrere Generationen unter einem Dach oder sie wurden von Generation zu Generation vererbt.

In einem um 1900 erbauten Gebäude werden in den vielen Räumen die alten Schränke geschätzt und bewahrt. In den Möbelstücken sind auch kleine rare Schätze verborgen. Die Eheleute ehren und bewahren diese und manches Mal wird ein Teil oder ein Buch gefunden, das in Vergessenheit geriet. So zum Beispiel eine kleines Gebetsbüchlein das in Steno geschrieben wurde.



Das Taschengebetsbüchlein für katholische Christen ist eine Ausgabe in Gabelsbergerscher Stenographie von Pfarrer J. Sauren. Die erste Auflage erfolgte mit Genehmigung der geistlichen Obrigkeit: „Monasterii, die 9. Aprilis 1918“. Die Kurzschrift ist der jüngeren Generation wohl wenig bekannt. Die Schüler der 70er Jahre lernten „Steno“ dagegen noch in der Schule.


Auch ein „Gedrängtes aber vollständiges Fremdwörterbuch“ findet sich in der kleinen Bibliothek. „Ein bequemes Handbuch für jeden Stand und jedes Alter“, so heißt es auf der ersten Seite. Es wurde 1850 vom Verlag von Ferdinande Sechtlich in Leipzig herausgegeben.




An den Gebrauchsspuren ist ersichtlich, dass Im Büchlein auch fleißig nachgeschlagen wurde. Letztendlich werden diese literarischen Zeitzeugen an die nächste Generation wieder weitergegeben.




Um die Vergangenheit in bildhafter Form zu bewahren, ist auch der Bruckberger Heimatforscher Vitus Lechner seit Herbst 2021 wieder viele Stunden für den vierten Band der Reihe „Heimatgeschichte“ in Pörndorf, Widdersdorf, Bachhorn, Eggersdorf, Engelsdorf, sowie den Einöden Haslach, Weiherer, Wendlöd und Spanneck unterwegs. Er sammelt alte Fotos und Daten von über 70 Höfen, Namen von Besitzern und Geschichten, die das Leben schrieb. Es hat sich schon herumgesprochen, dass der Heimatforscher wieder nach Bildern und Informationen sucht. Oftmals wird er schon mit einem Foto in der Hand an der Haustüre erwartet und herzlich begrüßt. Jedes alte Haus hat eine Geschichte zu erzählen und sollte bewahrt werden. Einigen alte Häuser konnten durch die Sanierung und Renovierung ihren Charakter erhalten, wahre Schmuckstücke sind entstanden. Andere wurden dagegen abgerissen, zum Teil auch weil es nicht möglich sie zu erhalten. Um so schöner ist es die Vergangenheit in Bild und Wort festzuhalten und zu dokumentieren. Vitus Lechner ist mit seinen Recherchen kurz vor der Fertigstellung des neuen Heimatbuches.

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