Unser Kelte "Brogilo" - der "schöne Mann" aus den Mooswiesen

Aktualisiert: 9. Juni

Erschienen am 14. März in der Landshuter Zeitung



Die lange Zeit des Wartens hatte ein Ende: Bürgermeister Rudi Radlmeier, Kreisarchäologe Dr. Thomas Richter und die Bruckberger Museumgruppe konnten ihren neuen Mitbürger begrüßen. Die Forensikerin Dr. Constanze Niess ließ es sich nicht nehmen, den Kelten „Brogilo“ persönlich mit dem Auto nach Bruckberg zu bringen. Die Spannung war riesig und die Erwartungen wurden völlig übertroffen.



Begeistert wurde die Gesichtsrekonstuktion im Museum Vinum Celticum auf der dafür vorgesehenen Säule platziert. Auge in Auge mit dem Kelten, der vor ungefähr 2500 Jahren im Bruckberger Herrenhof gelebt hatte und in den Mooswiesen im Hügelgräberfeld beim Semmelmeier seine letzte Ruhestätte fand. 1984 wurde das Skelett bei den archäologischen Grabungen unter der Leitung von Werner Weber geborgen.





Am Kopf des Kelten erläuterte Dr. Niess kurz die Vorgehensweise, den Aufbau und das verwendete Material für die Gesichtsrekonstruktion.




In dem Vortrag am Abend gab Dr. Constanze Niess einen faszinierenden Einblick in ihren außergewöhnlichen Beruf. Dr. Niess arbeitet seit 1996 an der Rechtsmedizin in Frankfurt a/Main. Anhand authentischer Fälle berichtete Dr. Niess, wie sie die Gesichter stark verwester oder skelettierter Leichen nachbildet. Sie unterstützt auch die Polizei bei allen forensischen Fragen, untersucht Opfer und Täter und gibt durch die Rekonstruierung des Hergangs der kriminellen Taten den entscheidenden Hinweis für die Lösung ungeklärter Fälle. 2012 fertigte Constanze Niess das erste Exponat für ein Museum. Es gibt nur eine Handvoll Experten in Deutschland für diese Arbeit. Anhand vieler Bilder und ihrer Erzählungen fesselte sie die Zuhörer, die ihr im Anschluss an den Vortrag noch viele Fragen stellten.

Das von LEADER geförderte Museum ist jeden Sonntag von 14.00 bis 16.00 Uhr sowie für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet. Anmeldungen nimmt der Heimatpflegeverein Bruckberg entgegen (auf der Homepage oder per E-Mail). Im barrierefreien Keltenhaus wird auf dem Monitor ein virtueller Rundgang durch das Museum gezeigt.

(Text und Bilder Helga Baier)

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